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kleinStadtgespräche 2019

Dreizehntes kleinStadtgespräch: Nutzungsdruck mischt Dreirosenanlage auf

Über 80 Personen aus dem Quartier, aus der Politik, aus dem Jugendbereich und aus der Verwaltung kamen um das Thema «Nutzungsdruck mischt Dreirosenanlage auf» zu diskutieren. Die Dreirosenanlage ist beliebt: Sportfelder, Fitnessplatz und Chillen auf der Wiese locken viele Jugendliche und Erwachsene an. Drogendeal, Alkoholkonsum, Nachtruhestörung, tätliche Konflikte und Bedrohungen rund um die Freizeithalle und Schulhäuser haben zugenommen. Regeln auf dem beschränkten Platz mussten auch bisher verhandelt werden.

Die Kantonspolizei hat die Anlage ständig im Blick und patrouilliert regelmässig, um die Problemgruppen in die Schranken zu weisen. Doch das genügt Vertretern der Eltern, der Jugendarbeit und Schule nicht mehr. Sie wünschen eine Verdrängung der Szene und das Einrichten einer "Kinderschutzzone", auch mittels eines Zaunes. Die Variante Umzäunen wurde heiss diskutiert und von den anwesenden Jugendlichen Basketballer*innen aber nicht als wünschenswert taxiert. Sie lösen das Problem, indem sie vermehrt auf andere Anlagen ausweichen und fordern als Lösungsansatz mehr solche Sport- und Freizeitanlagen. Die Verwaltung schlafe und hätte die Verantwortung schon viel zu lange hin und her geschoben, sagte eine Anwohnerin, es sei nun Zeit zu handeln. Darin waren sich alle Anwesend einig. Es muss was geschehen, am runden Tisch darf nicht mehr nur geredet werden. Aufsuchende Sozialarbeit, mehr Kontrollen und Verschiebung der Szene, sowie konkrete bauliche Verbesserungen sind die Forderungen.

Lösungsansätze und Inputs vom 30.10.2019:

  • Verdrängung statt Repression: Verdrängung durch positive, «unproblematische» Nutzung, durch positive Bespielung
  • Verdrängung sei gesamtgesellschaftlich betrachtet auch keine Lösung (gewisse Gruppen würden an den Rand gedrängt). Mögliche Ansätze: Legalisierung von Drogen und man müsse an dem Systemfehler ansetzen, dass Flüchtlinge quasi in die Illegalität getrieben würden
  • Repression alleine kann es nicht sein, ist nur Symptombekämpfung, Soziale Arbeit setze eher bei den Ursachen an
  • Vertrauensbasis zu den Personen aufbauen, sie als Menschen wahrnehmen. Durch die Art, wie die Kontrollen durchgeführt würden (Übermacht, Racial Profiling) würde bei den Betroffenen auch grosse Wut entstehen
  • Aufsuchende Sozialarbeit: Eine Gruppierung sind Flüchtlinge oder auch abgewiesene Asylsuchende. Perspektivlosigkeit, Drogenhandel. Mit Aufsuchender Arbeit/Migrations-fachleuten kann dort berufliche Integration gelingen, sind aber nur Einzelfälle.
  • Aufforderung, die Kontrollen der Polizei zu verändern und zu verbessern.
  • Wichtig wäre Beziehungsarbeit, bspw. sollte die Jugendpräventionspolizei mehr präsent sein. Denn die Jugendlichen empfinden die Kontrollen durch die Patrouillen als Schikane, aber zur JPP haben sie Vertrauen. Diese Partnerschaft müsse genutzt werden.
  • JUAR will die Szene nicht mehr vor der Freizeithalle/dem Jugi haben und wünscht eine Ausweitung des Kinderspielplatzes vor die Freizeithalle als eine Art «Schutzzone». Problem ist nur: die Regeln existieren schon, nur werden sie nicht eingehalten. Da wird auch kritisch angemerkt, dass man doch Kinder nicht zur De-Eskalation bei Gewalt einsetzen solle.
  • Lenkung durch Angebote, bspw. Sitzmöglichkeiten – und ergänzt mit Dach für die Schlechtwetterzeit. Die Stadtgärtnerei verspricht das zu prüfen.
  • Politische Anteilnahme sei jetzt auch wichtig. Man müsse zu hören und rechtzeitig Lösungsansätze verfolgen. à Rückmeldung dazu: mit den aktuellen Mehrheitsverhältnissen im Grossen Rat sind mehr Gelder für Soziale Arbeit nicht immer zu kommen.
  • «Parkranger» ähnlich wie auf der Claramatte: eine Person für Dialog, Beziehungsaufbau, Eigenverantwortung für Anlage, Vermittlung

Plädoyer für das Ziel, die Anlage für die Nutzenden attraktiv zu halten!

Gäste:
Michel Hostettler, Comunity Polizing, Kantonspolizei Basel-Stadt
Albrecht Schönbucher, Geschäftsführer JuAr Basel
Moresi Marc, Leiter Freizeithalle Dreirosen/ JUAR
Nicole Fretz, Kantons- und Stadtteilentwicklung Basel-Stadt, Präsidialdepartement
Roland Grüning, Präsident Elternrat, Schulhaus Dreirosen
Denise Marchand, Schulleitung, Primarschulhaus Dreirosen
Erika, Brugger, Anwohnerin
Eisele Michel, Leiter Mobile Jugendarbeit Basel und Riehen
Nutzende Dreirosenanlage/Jugendliche
Daniel Seiler, Präsident FDP Kleinbasel
Sebastian Kölliker, Grossrat SP

 

 


Vierzehntes kleinstadtgespräch: Hitzestress - auch im Kleinbasel?

Mittwoch 4. Dezember um 19 Uhr
Örtlichkeit: Quartiertreffpunkt Erlenmatt, ehemalige Bahnkantine, Erlkönigweg 30, 4058 Basel

Versiegelte Flächen und Gebäude speichern im Sommer die Wärme und heizen die Umgebung auf. Hitzetage und -nächte belasten die Gesundheit. Grüntrassees werden aufgehoben, Bäume können wegen den Leitungen im Untergrund nicht gepflanzt werden – das ruft bei den Anwohnenden Zweifel hervor, ob die Stadträume für die Zukunft genug beschattet werden. Wir stehen angesichts des Klimawandels vor komplexen Herausforderungen. Welche Massnahmen ergreift die Stadt? Was können wir als Privatpersonen tun? Gefragt sind Lösungsansätze, die von Grün bis Grau funktionieren... Diskutieren Sie mit.